
Die Hauptfigur des Stückes spielte auch im Leben, vor
rund 250 Jahren,
eine tragische Rolle. Franz Freiherr von der Trenck wurde 1711 als Sohn
eines K. und K. Offiziers in Reggio (Kalabrien) geboren, verbrachte den
größten Teil seiner Jugend in Jesuitenkollegien und
kam als
17jähriger zum Militär.
Er
kämpfte als Freischärler mit den Russen gegen die
Türken, zeichnete sich durch Tapferkeit aus, wurde aber wegen
Auflehnung gegen einen Offizier vor ein Kriegsgericht gestellt, zum
Tode verurteilt und in letzter Sekunde zu Schanzarbeiten an der Front
begnadigt.
Wenige Jahre später machte er wieder von sich reden, als er mit 30 Panduren türkische Grenzräuber bis in deren Heimat verfolgte und wegen seines eigenmächtigen Vorgehens nach Esseg (dem heute kroatischen Osijek) zitiert wurde. Statt dort zu erscheinen, floh er an den Hof nach Wien, wo es ihm gelang, Verständnis für sein Handeln zu finden und mit seiner Pandurenschar in kaiserliche Dienste berufen zu werden.
Als 1741 der Österreichische Erbfolgekrieg begann, stellte Trenck auf eigene Kosten ein 1000 Mann starkes Freikorps auf, das bald überall zwischen Isar und bayerisch-böhmischer Grenze gefürchtet war. Das Kriegsglück verließ ihn in Waldmünchen. Nachdem er die Stadt im September 1742 verschont hatte, darf er zwei Jahre später zwar noch mit einem Habsburger-Korps an den Rhein und anschließend Böhmen gegen die Preußen verteidigen.
1745 erfolgt zu Füssen der Friedensschluß zwischen Bayern und Österreich. Danach wird ihm aber in einem über zwei Jahre dauernden Verfahren der Prozeß gemacht. Kaiserin Maria Theresia wandelt das Todesurteil schließlich in lebenslange Haft um. Nur ein knappes Jahr später, am 4. Oktober 1749, stirbt Franz Freiherr von der Trenck auf der Festung Spielberg bei Brünn.
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